{"id":27,"date":"2015-06-12T13:07:05","date_gmt":"2015-06-12T11:07:05","guid":{"rendered":"http:\/\/wuepostkolonial.noblogs.org\/?page_id=27"},"modified":"2016-02-19T11:28:13","modified_gmt":"2016-02-19T10:28:13","slug":"konrad-adenauer-brucke","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wuepostkolonial.noblogs.org\/?page_id=27","title":{"rendered":"Konrad-Adenauer-Br\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p>Die <strong>Konrad-Adenauer Br\u00fccke\u00b9<\/strong> in W\u00fcrzburg-Heidingsfeld ist nach dem <em>wei\u00dfen<\/em> katholisch-konservativen Politiker Konrad Adenauer (1876-1967) benannt, der als Mitglied der Zentrumspartei und sp\u00e4ter als Vorsitzender der CDU im Deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland politisch t\u00e4tig war. Von 1917 bis 1933 sowie 1945 f\u00fcr ein paar Monate war er Oberb\u00fcrgermeister von K\u00f6ln, au\u00dferdem fungierte er von 1920 bis 1933 als Pr\u00e4sident des preu\u00dfischen Staatsrates. Nach Gr\u00fcndung der CDU \u00fcbernahm er 1946 ihren Vorsitz und wurde drei Jahre sp\u00e4ter zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik gew\u00e4hlt. In der Zeit als Kanzler bis 1963 wurde er zum Bundesvorsitzenden der CDU und war von 1951-55 ebenfalls erster Bundesminister des Ausw\u00e4rtigen.<strong>\u00b2<\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Das Deutsche Reich muss unbedingt den Erwerb von Kolonien anstreben. Im Reiche selbst ist zu wenig Raum f\u00fcr die gro\u00dfe Bev\u00f6lkerung. Gerade die etwas wagemutigen, stark vorw\u00e4rts strebenden Elemente, die sich im Lande selbst nicht bet\u00e4tigen konnten, aber in den Kolonien ein Feld f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit finden, gehen uns dauernd verloren. Wir m\u00fcssen f\u00fcr unser Volk mehr Raum haben und darum Kolonien.&#8221;<\/em><strong>\u00b3<\/strong><br \/>\nDiesen Satz gab Adenauer 1928 in einer \u201eKolonialen Sonderschau\u201c auf der K\u00f6lner Zeitungsmesse \u201ePressa\u201c von sich, um f\u00fcr die Eroberung \u201emenschenleeren Raums\u201c in Afrika zu werben. Im Hintergrund hingen zwei Karten: eine kleine von Deutschland mit dem Titel: \u201e60 Millionen ohne Raum\u201c und eine gro\u00dfe von Afrika mit der \u00dcberschrift: \u201eRaum ohne Volk\u201c.<strong>\u2074<\/strong><br \/>\nAls vehementer Verfechter des Kolonialgedankens und dem Wunsch einer Wiederaneignung von Kolonien durch Deutschland war er auch von 1931 bis 1933 als Vizepr\u00e4sident der Deutschen Kolonialgesellschaft t\u00e4tig, welche sich f\u00fcr eine expansive deutsche Kolonialpolitik stark machte. So forderte sie die Errichtung eines gro\u00dfen mittelafrikanischen Kolonialreichs (\u201eDeutsch-Mittelafrika\u201c) sowie der Eroberung von Gebieten in Ostasien. Diese Forderungen standen im Einklang mit der Kolonialpolitik der NSDAP. Die Kolonialgesellschaft finanzierte bis ins Jahr 1914 einige wirtschaftliche Vorhaben zur Ausbeutung der Menschen in den deutschen Kolonien.<\/p>\n<p>Adenauer schrieb 1934 einen Brief an den preu\u00dfischen Innenminister um den drohenden Verlust seiner Pensionsanspr\u00fcche abzuwenden: Er habe <em>\u201ejahrelang entgegen der damaligen Verf\u00fcgung des preu\u00dfischen Innenministers der NSDAP die st\u00e4dtischen Sportpl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung gestellt und ihr bei ihren Veranstaltungen auf diesen das Hissen ihrer Hakenkreuzfahnen an den st\u00e4dtischen Flaggenmasten gestattet\u201c<\/em>.<strong>\u2075<\/strong> Weiterhin habe er sich einer Anordnung des preu\u00dfischen Staatsministeriums widersetzt, nationalsozialistische Beamte <em>\u201ezwecks Disciplinierung\u201c<\/em> namhaft zu machen, <em>\u201eda (er) sie f\u00fcr unberechtigt und f\u00fcr ungerecht hielt\u201c<\/em>.<strong>\u2076<\/strong> Er sagte in diesem Brief auch, 1932 erkl\u00e4rt zu haben, <em>\u201eda\u00df nach (s)einer Meinung eine so gro\u00dfe Partei wie die NSDAP unbedingt f\u00fchrend in der Regierung vertreten sein m\u00fcsse\u201c<\/em>.<strong>\u2077<\/strong><br \/>\n1952 sagte er bei einer Debatte im Bundestag: <em>\u201eWir sollten jetzt mit der Naziriecherei einmal Schluss machen, denn, verlassen Sie sich darauf, wenn wir damit anfangen, wei\u00df man nicht, wo es aufh\u00f6rt.&#8221;<\/em><strong>\u2078<\/strong>, au\u00dferdem erwirkte er ein Strafreiheitsgesetz f\u00fcr \u201eminder NS-Belastete\u201c sowie umfangreiche Revisionen der Kriegsverbrecher_innenprozesse nach dem Krieg.<br \/>\nIn seiner Zeit als Bundeskanzler verhalf Adenauer seinem engen Vertrauten, dem Mitverfasser der &#8220;N\u00fcrnberger Rassegesetze&#8221; Hans Globke, erster Chef des Bundeskanzleramts zu werden und sch\u00fctzte ihn mit seiner Regierung vor einer juristischen Aufarbeitung von Globkes Nazi-Vergangenheit. Globke bereitete verwaltungstechnisch den Weg f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Shoah, indem er die &#8220;Erfassung&#8221; der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung verantwortete.<strong>\u2079<\/strong><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\n<strong>1<\/strong> http:\/\/wuerzburgwiki.de\/wiki\/Konrad-adenauer-br%C3%BCcke#Namensgeber (abgerufen am 11.12.2015)<\/p>\n<p><strong>2<\/strong> http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adenauer (abgerufen am 20.5.2015)<\/p>\n<p><strong>3<\/strong> R\u00f6ssel, Karl: \u201eVolk ohne Raum\u201c. (http:\/\/lernen-aus-der-geschichte.de\/Lernen-und-Lehren\/content\/8235, abgerufen am 24.5.2015)<\/p>\n<p><strong>4<\/strong> Ebd.<\/p>\n<p><strong>5<\/strong> http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adenauer (abgerufen am 20.5.2015)<\/p>\n<p><strong>6<\/strong> Ebd.<\/p>\n<p><strong>7<\/strong> Ebd.<\/p>\n<p><strong>8<\/strong> Ebd.<\/p>\n<p><strong>9<\/strong> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Globke (abgerufen am 19.02.2016)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Konrad-Adenauer Br\u00fccke\u00b9 in W\u00fcrzburg-Heidingsfeld ist nach dem wei\u00dfen katholisch-konservativen Politiker Konrad Adenauer (1876-1967) benannt, der als Mitglied der Zentrumspartei und sp\u00e4ter als Vorsitzender der CDU im Deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland politisch t\u00e4tig war. 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